Die Bestattungskultur des Hinduismus

Was ist das Nirwana, wie wird vor der Bestattung gereinigt und was passiert vor und nach dem Tod eines Hindi?

Im Hinduismus sind verschiedene religiöse Systeme verschmolzen. Die Entstehung wird auf 1.200 v.Chr. in Indien datiert. Heute ist er hauptsächlich in Indien und Südostasien verbreitet. Nach hinduistischem Glauben besteht der Mensch aus den fünf Elementen Feuer, Wasser, Luft, Erde und Raum.

Der Glaube an Tod und Wiedergeburt

Der Glaube an Tod und Wiedergeburt

Der Tod und das Leben bilden einen Kreislauf, den ein Hindu mit dem Karma, seinen Taten, zu durchbrechen versucht. Ziel ist das Brahman-Nirwana, das Einswerden mit dem Ewigen und Absoluten. Das persönliche Karma, das sich aus positiven und negativen Handlungen zusammensetzt, ist dafür entscheidend, in welcher Gestalt ein Hindu wiedergeboren wird. Aufgrund des Kastensystems kann man nicht zum Hinduismus übertreten.
Hindus glauben an die Wiedergeburt. Jedes Lebewesen hat eine unsterbliche Seele, Atman genannt. Das Atman ist wie ein weiterer Körper im Körper des Menschen, bestehend aus Gedanken und Gefühlen, dem Ewigen des Menschen. Um es herauszulösen, wird der Schädel zerschlagen und der Leichnam verbrannt, damit das Atman zu Brahman zurückkehrt.

Hinduistische Rituale um das Sterben

Die Rituale bei der Bestattung unterscheiden sich je nach Kaste, Region und Status. Sterbende werden mit dem Kopf in Richtung Süden gelegt, da dort der Totengott Yama vermutet wird. Es ist wichtig, dass der Tote gereinigt wird. Mit der Reinigung des Körpers geht die Reinigung der Seele einher. Die Leiche wird auf einen Stuhl gesetzt und unter fließendem Wasser gewaschen. Der Boden des Waschraums sollte einen Ablauf haben. In heiliges Wasser getauchte Tücher umhüllen den gesalbten Leichnam, der durch eine Hintertür mit den Füßen voran aus dem Haus getragen wird.

Der Tod – die Befreiung

Der Tod – die Befreiung

Am Todestag findet die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen statt. Kinder unter fünf Jahren, Sadhus (Bettelmönche) und Leprakranke werden möglichst in den Ganges gesenkt, da sie nicht verbrannt werden. Frauen müssen in einiger Entfernung stehen, denn sie dürfen diesen nicht betreten.
Die Verbrennungszeremonie ist öffentlich. Als Sinnbild für die fünf Elemente umrunden die Angehörigen den Platz fünf Mal im Uhrzeigersinn. Wenn möglich entzündet der erstgeborene Sohn das Feuer. Bei Frauen wird es am Fußende, bei Männern dagegen am Kopfende entfacht. Das Feuer ist aus einem Tempel, da es heilig sein soll. Dann wird der Kopf zerschlagen; rituell lösen sich nun der Geist und das Atman, und der Tod tritt ein.

Bis 1829 verbrannten sich die Frauen mit ihrem verstorbenen Ehemann zusammen. Seitdem ist dieses Ritual jedoch verboten. Der Brauch, die Asche der Natur zu übergeben, ist sehr alt und ungebrochen. Nach drei Tagen wird die Asche des Verstorbenen in den Ganges bzw. in heiliges Wasser eines Flusses oder Meeres gestreut. Erde zählt zu den Elementen, insofern kann die Asche auch in der Erde beigesetzt werden. Hier gibt es Parallelen zum Buddhismus.
In Deutschland wird der Verstorbene im Krematorium verbrannt, es findet also eine Feuerbestattung statt, da sowohl ein Scheiterhaufen als auch das Zerschlagen des Schädels nicht erlaubt sind. Die Teilnahme an der Kremierung ist möglich und auch die Gestaltung einer angemessenen Zeremonie mit den Angehörigen. Wir machen gerne im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften alles möglich für die Bestattung, wenden Sie sich jederzeit bei Fragen an uns.

Der Tod bedeutet nicht Verzweiflung, sondern Befreiung, Übergang von einer alten in eine neue Existenz. Der Tod ist den Hindus vertraut, im alltäglichen Leben gegenwärtig. Trotzdem trauern sie. Ein rasierter Kopf gilt bei den Söhnen als Zeichen der Trauer. Zum Gedenken an Verstorbene werden einem fließenden Gewässer Kerzen übergeben. An jedem Todestag werden Opfergaben dargebracht. Dieses Ritual, Shaddra, darf nur von Männern durchgeführt werden und vermehrt auch deren positives Karma.